Es ist eine Frage, über der Freundschaften, Ehen und auch Karrieren zerbrechen können: Haben Männer von Natur aus mehr Talent für Mathematik als Frauen? Im Jahr 2005 hatte der damalige Harvard-Präsident Larry Summers behauptetet, die geringere Zahl von Frauen in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Spitzenforschung habe unter anderem mit „biologischer Tauglichkeit“ zu tun.

Woran liegt es, dass sich deutlich weniger junge Frauen im Bereich Mathematik, Naturwissenschaft und Technik engagieren? Gibt es bestimmte Faktoren der Persönlichkeit, die eine Veränderung dieser Situation erleichtern? Wie wirkt sich die Koedukation aus? Und was können Eltern und Lehrpersonen tun, damit sich mehr Mädchen intensiver und erfolgreicher in mathematisch-naturwissenschaftliche, aber auch informatische Ausbildungen geben?

Das verinnerlichte Geschlechterbild könnte einer von vielen Gründen sein, die die Leistung schmälern. Lehrer und Eltern ermuntern Jungen womöglich stärker in Mathe; Mädchen könnten Mathe uncool finden – viele Einflüsse sind möglich. Mehr Antworten und Anregungen sind im Buch „Mathe: Nichts für Mädchen?“ zu finden. Und dass es auch anders geht, zeigt eindrücklich der Film „Hidden figures“ Es ist die bisher noch nicht erzählte, unglaubliche Geschichte von Katherine Johnson, Dorothy Vaughn und Mary Jackson. Der Film ist eine leidenschaftliche Hommage an drei herausragende afroamerikanische Frauen, die zu Beginn der sechziger Jahre bei der NASA arbeiten und an vorderster Front an einem der wichtigsten Ereignisse der jüngeren Zeitgeschichte beteiligt sind.
Die brillanten Mathematikerinnen sind Teil jenes Teams, das dem ersten US- Astronauten John Glenn die Erdumrundung ermöglicht. Eine atemberaubende Leistung, die der amerikanischen Nation neues Selbstbewusstsein gibt, den Wettlauf ins All neu definiert und die Welt aufrüttelt. Dabei kämpft das visionäre Trio um die Überwindung der Geschlechter- und Rassengrenzen und ist eine Inspiration für kommende Generationen, an ihren großen Träumen festzuhalten.