Unser Bild des Mittelalters ist bis heute stark geprägt von der traditionellen Befreiungsgeschichte mit Tell, Rütlischwur und Burgenbruch sowie der Erbfeindschaft zu den Habsburgern.

Die Geschichtsforschung hat in den letzten fünfzig Jahren diese Begriffe in ihrer Bedeutung hinterfragt, relativiert und neu eingeordnet. Sie hat Mythen von Geschichte getrennt und ihre je eigene Bedeutung heraus gearbeitet. Der kurz gefasste Überblick zur Entstehung der Eidgenossenschaft fehlt aber. Nach seinem Aussenblick auf die Eidgenossenschaft über die habsburgische Geschichte der Schweiz (2008) breitet der Autor diesmal das aktuelle Wissen zur Entstehung der Eidgenossenschaft im Spätmittelalter von innen aus. Dies vor dem Hintergrund der traditionellen Erzählung. Referenz dabei sind die Schweizer Chroniken von Aegidius Tschudi und Johannes Stumpf aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, die das traditionelle Bild der Schweizer Geschichte bis weit ins 20. Jahrhundert geprägt haben. Dabei entsteht nicht eine neue Erzählung, aber eine Übersicht über die entscheidenden Faktoren, die zur Bildung und Weiterentwicklung der Eidgenossenschaft geführt haben. Es zeigt sich, dass die Eidgenossenschaft nicht aus einem Gründungsakt hervorgegangen ist, sondern sich während zweihundert Jahren nach und nach ausgebildet hat.

Die ganze Abteilung „Geschichte“ in der BZL Bibliothek ist zur Zeit in Überarbeitung; Altes wandert ins Archiv, Neues wird angeschafft, die einzelnen Bereiche detaillierter aufgeteilt. Wenn Sie also einen gewünschten Titel nicht gleich finden – fragen Sie Ihre Biblitothekarin.